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Franz Juncker
„Traumwelt“
Graphik und Malerei
Eröffnung
am Donnerstag, dem 8. November 2018
ab 18.30 Uhr

Begrüßung und Einführung:
Hans Karl Reuther

Ausstellungsdauer
08. bis 24. November 2018

Öffnungszeiten
Do - Fr 14.00 - 18.00 Uhr,
Sa 11.00 - 14.00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung


Der studierte Theologe Franz Juncker hatte eine wunderbare Begabung, seine Zuhörer mit einer fantasievollen, bildhaften Sprache zu begeistern. Das kam ihm als Religionslehrer am Homburger Gymnasium ebenso zugute wie beim Verfassen zahlreicher, bis heute größtenteils unveröffentlichter Gedichte. Doch auch auf dem Gebiet der Malerei fand er geeignete Wege, seinen Gedanken und Visionen bildstark Ausdruck zu verleihen.

Ersten Ölstudien, Porträts und Kopien alter Meister folgten geheimnisvolle Gemälde, die seine ganz eigene, unverkennbar tiefgründige Bildsprache offenbaren. Bühnenhaft inszenierte er vornehmlich dunkeltonige Traumwelten vor und in kulissen-artigen Hintergründen. Mit einem Bildpersonal aus einsamen Gestalten, die einer Art Zwischenwelt entstammen und von einer tiefen Sehnsucht nach Wärme, nach Liebe und Nähe getrieben scheinen. Gesichter in unbelebtem Weiß, skizzenhaft umrissene Augen, Nasen und Münder im Verbund mit einer bewusst naiv gestalteten Formenwelt lassen die Menschen wie Marionetten erscheinen. Gleichzeitig aber entsteht der Eindruck, als würden hier Liebe und Tod als die bestimmenden Elemente des menschlichen Lebens in dramatisch-bildhafter Form nach außen drängen.

In seinem malerischen Werk gewährt der humanistisch und geisteswissenschaftlich umfassend gebildete Juncker Einblick in seine Künstlerseele. Seine Bilder rühren an, sie gehen unter die Haut, denn sie lassen den Betrachter teilhaben an einer essentiellen Empfindung: der des Lebens als leidvolle Passion.


Franz Juncker

geboren 1899 in Speyer
1918-1922 Theologiestudium in Erlangen, Bonn und Heidelberg
1931 Berufung zum protestantischen Religionslehrer am Reformrealgymnasium Homburg
1940 Erste Ölstudien
1961 Aufnahme in den Saarländischen Künstlerbund
1964 Separate Ausstellung innerhalb der Ausstellung des Saarländischen Künstlerbundes in Saarbrücken
1967 Ausstellung von 200 Gemälden in der Pfalzgalerie Kaiserslautern, eröffnet von Museumsdirektor Prof. Wilhelm Weber
1979 Letzte Ausstellung in Speyer: „Pro-Teste aus protestantischen Pfarrhäusern der Pfalz“
gestorben 1980 in Homburg/Saar






„Zum Friedhof“ (Ausschnitt), 1957
Öl auf Leinwand 50 x 60 cm






„Gefängnishof“ (Ausschnitt), 1963
Öl auf Leinwand 50 x 70 cm






„Das kleine Wunder“, 1950
Öl auf Leinwand 40 x 50 cm






„Hochzeitszug“, 1964
Öl auf Leinwand 50 x 60 cm






„Der große Fisch“, 1963
Ätzradierung auf Büttenpapier
Platte 25 x 33,5 cm






„Musikantensänger“, 1962
Ätzradierung auf Büttenpapier
Platte 24,7 x 33 cm